Mieten runter! Aber wie?


Diskussionsveranstaltung am Donnerstag, den 24.08., 18 Uhr in der Lassallestr. 50

Ein Vertreter von Wohnopia e.V.  sitzt mit auf dem Podium.

Nach Zeiten von Rückbau und Abriss platzen städtische Zentren aus allen Nähten: Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware. Sanierung und Neubau verbessern die Situation kaum, sind doch die Mieten deutlich über dem, was sich viele Menschen leisten können, wenn nicht gleich Eigentumswohnungen entstehen. Auch in Erfurt erleben wir steigende Mieten und eine Verdrängung bisheriger Bewohnerschaft aus Altstadtvierteln. Projekte wie die ICE-City stehen sinnbildlich dafür.
Gegen diese Entwicklungen formiert sich zunehmend Widerstand: symbolische Hausbesetzungen, Mieterbündnisse wie am Rotdornweg organisieren Widerstand. Zudem stehen kleine Genossenschaftsprojekte in den Startlöchern. Diese Entwicklung braucht jedoch die Unterstützung der Politik, um wirksame Veränderungen zu bewirken.

Inga Jensen promoviert an der Bauhaus-Universität Weimar zur Rekommunalisierung des sozialen Wohnungsbaus und entwickelte zusammen mit Andrej Holm und Sabine Horlitz für die Rosa-Luxemburg-Stiftung das Konzept der Neuen Wohnungsgemeinnützigkeit.

Gastgeber DIE LINKE.Erfurt

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Versammlung ausgeschlossen.

Offener Brief für sozialverträgliche Mieten

Bündnis „Erfurt für alle“ stellt Forderungen auf

Offener Brief an den Oberbürgermeister, die Fraktionen des Stadtrates und die Verwaltung

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Andreas Bausewein,
sehr geehrte Mitglieder der Fraktionen,
sehr geehrte Beschäftigte der Stadtverwaltung Erfurt,

Diskussionsforen und Informationsreihen haben es in den vergangenen Monaten gezeigt: Die Situation auf dem Erfurter Wohnungs- und Immobilienmarkt hat sich dramatisch verschärft. Für Geringverdiener*innen und nicht-kommerzielle Wohn- und Kulturprojekte ist die Situation prekär. Sie finden keinen Platz mehr in dieser Stadt. Auch der Erfurter Stadtrat hat Anfang des Jahres festgestellt, dass dauerhaft bezahlbarer Miet- und Wohnraum erhalten und neu geschaffen werden muss. Dazu erarbeitet die Verwaltung der Stadt Erfurt nach unserem Kenntnisstand eine neue Vergaberichtlinie für städtische Grundstücke und Immobilien.

Das Bündnis “Erfurt für Alle!” will sich in die Entwicklung dieser Richtlinie einbringen und fordert, in den Erstellungsprozess einbezogen zu werden. Unsere zentrale Forderung ist, städtische Immobilen und Grundstücke grundsätzlich nicht zum Höchstpreis zu vergeben, sondern nach folgenden Kriterien zu entscheiden:

  • dauerhafte Sicherung sozialverträglicher Mieten

  • Bereicherung des solidarischen Miteinanders im Stadtteil

  • gemeinschaftliche, selbstorganisierte und nicht-renditeorientierte Organisationsform der Bewohner*innen (Wohnprojekte und Initiativen)

Konzeptionell haben andere Städte und Kommunen längst entsprechende Vergaberichtlinien auf den Weg gebracht. Ein positives Beispiel aus Sicht von “Erfurt für Alle!” ist aktuell in Leipzig zu sehen. “Erfurt für Alle!” wird sich in den kommenden Wochen mit einem ausführlicheren Katalog von Rahmenbedingungen und Forderungen an die Verwaltung der Stadt Erfurt wenden.

Für Rückfragen oder eine Diskussion stehen wir gerne zur Verfügung unter info[at]erfurtfueralle.de.

Wir unterstützen die Forderungen des Bündnisses „Erfurt für Alle!“:
Frau Korte
Hausprojekt wohnopolis
KUNSTHAUS ERFURT
Lebenswert⁴
s.P.u.K. e.V.
SpielRaum für Persönlichkeiten
Stattschloss e.V.
Wohnopia e.V.
Wohnprojektgruppe BLA (bürgerlich, links, alternativ)

Offener Brief Erfurt fuer alle als PDF
Homepage des Bündnisses Erfurt für alle

Wir suchen weitere Unterzeichner*innen. Interessierte können eine Mail an info[at]erfurtfueralle.de senden.

Thüringer Allgemeine greift Forderung nach Anhandgabeverfahren auf

Die Thüringer Allgemeine hat ein Mitglied von uns zu unseren aktuellen Forderungen interviewt:

„Wohnopia heißt ein Verein für gemeinschaftliches Wohnen in Erfurt. Und er will sich in die Stadtpolitik einmischen. Warum und wie, erklärt Sabine Blumenthal von Wohnopia. „Das Anhandgabe-Verfahren würde die Rahmenbedingungen für gemeinschaftliche Wohnprojekte verbessern und wäre ein Beitrag, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, sagt sie. Dafür wollen sie die Verantwortlichen interessieren, erste Gespräche habe es schon gegeben.
Sozialer Wohnungsbau und bezahlbare Wohnungen beschäftigen auch den Stadtrat immer wieder. Der Wunsch des Vereins: Der Stadtrat soll festlegen, dass eine bestimmte Prozentzahl der zum Verkauf stehenden Kowo-Häuser als Anhandgabeverfahren über die Bühne gehen soll…“ weiterlesen
Thüringer Allgemeine vom 22.04.2017

Stadt(entwicklung) geht anders!

Wohnopia e.V. und der s.P.u.K. e.V.  organisieren gemeinsam die Veranstaltungsreihe „Stadt(entwicklung) geht anders!“.

13.04.17, 19 Uhr: Film „Buy Buy St.Pauli“
26.04.17, 19 Uhr Film „Das ist unser Haus!“
04.05.17, 19 Uhr Haus- und Wagenrat Leipzig

Erfurt unterliegt einem rasanten Wandel. Die Zahl der Einwohner_innen wächst Jahr seit einigen Jahren, bezahlbarer Wohnraum wird zunehmend knapp. Wo vor einigen Jahren noch Leerstand herrschte, wird heute schick und teuer saniert. Erfurt steht im Deutschlandweiten Immobilienranking auf einem der vorderen Plätze. Gleichzeitig gibt es Prestigeprojekte wie die ICE-City oder die BUGA 21.
Auch wenn viele Menschen die Auswirkungen dieser Entwicklung individuell zu spüren bekommen, hat eine breite gesellschaftliche Debatte darum gerade erst begonnen. Dies wollen wir mit dieser dreiteiligen Veranstaltungsreihe ändern. Wir wollen uns Anregungen von außen holen und zugleich mit möglichst vielen Menschen gemeinsam diskutieren, wie wir uns eine andere Stadtentwicklung für Erfurt vorstellen. Der Zeitpunkt dafür ist günstig, denn auch der Erfurter Stadtrat hat gerade beschlosssen, die Wohnungspolitik in Erfurt neu auszurichten.
Wenn ihr auch wollt, dass sich etwas ändert, dann kommt vorbei und diskutiert mit!

Eine Veranstaltungsreihe des s.P.u.K. – solidarische Politik und unkommerzielle Kultur e.V. und dem Wohnopia e.V., gefördert von der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen.

Wohnopia bringt sich in Stadtpolitik ein

Wir, das Wohnprojekt Wohnopia, fordern und setzen uns dafür ein, dass gemeinschaftliche und selbstverwaltete Wohnprojekte in die Überlegungen zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Erfurt mit einbezogen werden. In den diesbezüglichen Anträgen und Beschlüssen des Erfurter Stadtrates werden bisher lediglich die großen Wohnungsunternehmen und privaten Investoren einbezogen. Dabei leisten gerade gemeinschaftliche Wohnprojekte wie Wohnopia einen ganz eigenen Beitrag zur Schaffung von dauerhaft bezahlbarem Wohnraum.
Eine Stadtpolitik, die fraktionsübergreifend die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum fordert, sollte auch passende Rahmenbedingungen für gemeinschaftliche Wohnprojekte schaffen. In diesen Prozess bringen wir uns gern mit ein.