Alle bestimmen mit

„Unsere Neue Zeitung“ veröffentlichte ein Interview mit einem Mitglied von Wohnopia e.V.

Die Häuser denen, die drin wohnen!

„Wir brauchen keine Hausbesetzer, denn die Häuser gehören uns“, trällerte einst Rio Reiser, legendärer Sänger der Band Ton Steine Scherben. Das Besetzen von Häusern scheint nicht mehr ganz en vogue, dafür sind Hausprojekte umso stärker im Kommen.  Seit über 20 Jahren berät das Mietshäuser Syndikat deutschlandweit selbstorganisierte Hausprojekte, „damit diese dem Immobilienmarkt entzogen werden“. Derzeit sind 97 Projekte und 23 Initiativen dabei. Neben dem Projekt Wohnopolis (www.wohnopolis.de), dass in Erfurt in der Lassallestraße bereits ein Haus übernommen hat und nicht nur Wohnen, sondern auch andere Projekte voran treibt, gibt es in Thüringen eine Gruppe, die sich im Eisenberger Bahnhof einen Traum erfüllt.   

Während die Politik mit der Mietpreisbremse bestenfalls an Symptomen herumdoktert, entstehen in Erfurt in der Grolmannstraße (wohnopia.wordpress.com) und der Magdeburger Allee zwei neue Projekte, die Unterstützung  verdienen. Ein effizienteres Mittel gegen Mietwucher und dafür, dass die Häuser denen gehören, die drin wohnen, dürfte es derzeit nicht geben! 

UNZ sprach mit Sabine Blumenthal über das Wohnprojekt Grolmannstraße.

Wie kam es zur Idee in der Grolmannstraße ein Hausprojekt zu starten?

Auf der ersten Erfurter Vernetzungskonferenz zur Nachhaltigkeit haben sich viele Menschen aus unterschiedlichen Bereichen getroffen. Zwei Frauen fragten: „Wer hat Lust, sich an einem gemeinschaftlichen Wohnprojekt zu beteiligen?“ Daraufhin haben sich eine ganze Reihe von Menschen zusammengetan. Zwei Leute aus der Gruppe wohnen in der Grolmannstraße, die fast leer steht. Warum also nicht das Gebäude übernehmen? Wir haben uns in der l50 getroffen und über die Projektvernetzung im Mietshäuser Syndikat kamennoch mehr  dazu.

Was unterscheidet die Grolmannstraße von anderen Hausprojekten?

Wir stehen noch am Anfang. In der Lassallestraße wohnen schon Leute. Auch in der Magdeburger Allee soll noch ein Projekt entstehen. Bei uns geht es jetzt darum, bis Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres das Haus von der Kowo (Kommunale Wohnungsgesellschaft mbH) zu kaufen. Die Kowo hat uns mündlich eine Ausschreibung nach Konzeptverfahren zugesichert. […] hier weiterlesen

 

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