Eigenheimrichtlinie bietet keine echte Chance für Wohnprojekte

Wohnopia e.V. fordert Konzeptvergabe, in der gemeinschaftliche Wohnprojekte auch tatsächlich berücksichtigt werden. 

Laut dem Wohnprojekt Wohnopia e.V. greift die Eigenheimrichtlinie zu kurz und schafft keine Rahmenbedingungen für eine Konzeptvergabe. Daher ruft der Verein die Fraktionen auf, sich bei der Stadtratssitzung am 17.10. für eine entsprechende Überarbeitung des Entwurfes der Stadtverwaltung einzusetzen.

Die Förderung von Familien, wie es der Entwurf der Eigenheimrichtlinie vorsieht, ist ein wichtiges soziales Ziel. Der Wohnopia e.V. drängt darüber hinaus auf ein Konzeptvergabeverfahren, das weitere Ziele, wie die Schaffung bezahlbaren Mietraumes, die Förderung kooperativer Wohnformen, Bürger*innen-Engagement für den Stadtteil und ökologisches Bauen, als Kriterien für eine bevorzugte Vergabe festlegt.

Erfreulich sei es, laut des gemeinschaftlichen Wohnprojektes, dass im Entwurf der Stadtverwaltung die Immobilien und Grundstücke zum Festpreis vergeben werden sollen und Erbbaurecht möglich ist. So würden auch nicht profitorientierte Ziele ermöglicht und Organisationsformen wie selbstverwaltete Hausprojekte in die Lage versetzt, sich erfolgversprechend an einer öffentlichen Ausschreibung zu beteiligen.

Luise Meißner, Mitglied bei Wohnopia, erläutert: „Wir haben als Verein bereits viel positives Feedback für unser geplantes gemeinschaftliches Wohnprojekt von den Stadtratsfraktionen erhalten. Wenn die Eigenheimrichtlinie in der jetzigen Form verabschiedet wird, haben wir bei der Ausschreibung für die Talstraße 15 und 16 keine echte Chance.“ In der Eigenheimrichtlinie sind zwar Bauherrengemeinschaften aufgeführt, jedoch ist Wohnopia ein eingetragener Verein. „Das ist ja das besondere an unserem Wohnprojekt: dass wir nicht privat organisiert sind, sondern in einem Verein. Es ist damit auch möglich, dass sich die Mieter*innenschaft im Laufe der Zeit ändert. Aber eins ist sicher: unser zukünftiges Haus wird für immer ein Mietshaus mit bezahlbaren Mieten bleiben, das gemeinschaftlich organisiert ist“, betont Luise Meißner.

Nach langem Warten hat die Stadtverwaltung Erfurt nun einen Entwurf für eine Richtlinie für die Vergabe städtischer Immobilien und Grundstücke vorgelegt. Unter dem Titel Eigenheimrichtlinie sollen damit aber ausschließlich Familien mit Kindern und Bauherrengemeinschaften gefördert werden, die privates Wohneigentum schaffen.

Der Wohnopia e.V. plant ein gemeinschaftliches Wohnprojekt in Erfurt, bei dem es um sozial verträgliche Mieten, gemeinschaftliches Wohnen in Selbstverwaltung, ökologische Sanierung und bürgerschaftliches Engagement im Stadtteil geht. Dafür sollen gemeinsam mit dem Mietshäuser Syndikat ein oder mehrere Häuser in Erfurt in Erbpacht gekauft und saniert werden.

Erfurt, den 16.10.2018

Die Pressemitteilung zum Download als PDF:
2018 10 16 PM Eigenheimrichtlinie Wohnopia

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