FAQ

Was sind die Grundziele des Wohnprojektes?

Wir wollen selbstorganisiert und altersgemischt selbstbestimmt Wohnen und das auch mit Menschen, die Fluchterfahrungen haben und seelisch, physisch oder psychisch beeinträchtigt sind. Außerdem wollen wir miteinander über Fragen entscheiden, die unser Zusammenleben hier im Wohnprojekt bestimmen. Wir wollen zur Miete wohnen und gleichzeitig unsere eigenen Vermieter*innen sein. Das heißt auch, dass wir viel Herzblut, Engagement und Zeit für Gespräche in das gemeinschaftliche Wohnprojekt hineingeben.

Wie hoch wird die Miete im Wohnprojekt sein?

Wie hoch genau die Kaltmiete sein wird, können wir noch nicht sagen. Sie soll aber dauerhauft sozial verträglich sein. Im Mietshäusersyndikat gilt, dass die Miete nicht mehr als 80% der ortsüblichen Miete betragen darf. Es sollen auch Menschen, die von Sozialleistungen leben müssen, im Projekt wohnen können. Ob wir das tatsächlich schaffen, hängt allerdings davon ab, wieviele Eigenmittel u. a. in Form von Spenden, Fördermitteln und Direktkrediten wir erhalten werden.

Alle Fragen, die die Miete betreffen, werden gemeinsam auf den Versammlungen der Bewohner_innen besprochen und beschlossen.

Wann haben wir alle Schulden abbezahlt und werden mietfrei wohnen?

Leider werden wir nie ganz mietfrei wohnen können. Die Bankkredite, die wir aufnehmen, werden eine Laufzeit von mind. 20 Jahren haben. Erfahrene Hausprojekte haben uns berichtet, dass irgendwann nach den ersten 20 Jahren auch wieder neue Kosten auf uns zukommen werden. Sei es, dass wir das Dach neu decken müssen, das Heizungssystem kaputt ist oder andere Investitionen getätigt werden müssen. Auch Direktkredite werden immer eine wichtige Rolle für uns spielen. Laufen welche ab, suchen wir uns neue. Da Direktkredite in der Regel günstiger für uns sind als ein Bankkredit, werden wir den Direktkrediten den Vorrang geben. Auch ist es ja schöner eine direkte Beziehung zu seinen Finanziers zu haben.

Was ist das Mietshäuser Syndikat?

Das Mietshäuser Syndikat(MHS) ist ein bundesweiter Verbund von über 100 Hausprojekten und vielzähligen Projektinitiativen. Das MHS hat den Genossenschaftspreis erhalten.

Innerhalb des Verbundes findet ein reger Austausch und viel gegenseitige Unterstützung bei der Gründung neuer Hausprojekte statt. Dabei ist jedes Hausprojekt rechtlich selbstständig. D.h., das Mietshäuser Syndikat hat keine Mitsprache in unserem Hausprojekt außer dem Vetorecht bei einem Verkauf des Hauses oder bei Änderungen des Gesellschaftsvertrages und der Finanzierung. Mit Häusern, die im Verbund des Mietshäuser Syndikates sind, kann nicht mehr auf dem Wohnungsmarkt spekuliert werden.
Siehe auch syndikat.org

Wie wollt ihr das Projekt eigentlich finanzieren?

Wir haben bereits den Verein „Wohnopia e. V.“ gegründet. In Kürze werden wir eine Haus-GmbH gründen. Diese wird zwei Gesellschafter haben: unser Verein „Wohnopia e.V“ mit einer Einlage von 12.600€ und die Mietshäuser Syndikat GmbH mit einer Einlage von 12.400€. Das ergibt das Stammkapital der GmbH von 25.000€.
Wir finanzieren das Wohnprojekt über Bankkredite, Kredite bei der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und Direktkredite. Für den Bankkredit benötigen wir ein Eigenkapital in Höhe von mindestens 20 bis 25% der Kreditsumme. Dieses Eigenkapital werben wir über Direktkredite ein. Für die Sanierung (nach Möglichkeit ökologisch und ggf. barrierearm) beantragen wir über die Bank einen zinsgünstigen Kredit bei der KfW. Ab dem Einzug zahlen wir alle Kosten der Finanzierung über die Mieten Stück für Stück wieder zurück. Jede_r Mitbewohner_in wird bei Einzug Mitglied des Vereins und erhält einen Mietvertrag. Bei Auszug endet die Mitgliedschaft im Verein.

Was sind Direktkredite?

Direktkredite sind Geldbeträge, die uns als Wohnprojekt – ohne den Umweg über eine Bank – direkt geliehen werden. Sie bieten Einzelpersonen und Gruppierungen die Möglichkeit einer sinnvollen, sozialen, ökologischen und nachhaltigen Geldanlage. Uns ermöglichen Sie, das nötige Eigenkapital für den Bankkredit aufbringen zu können.
Zwischen den Kreditgeber_innen und dem Hausprojekt wird dafür ein Kreditvertrag abgeschlossen. In diesem Kreditvertrag werden der Kreditbetrag, die Zinsen (0% bis 1,5%), die Kündigungsfrist und die Laufzeit festgehalten.
Beachtet: Direktkredite sind Nachrangdarlehen mit einer qualifizierten Rangrücktrittsklausel.
Die Klausel besagt zum einen, dass kein Geld an die Direktkreditgeber_innen zurückgezahlt werden muss, falls damit die Zahlungsfähigkeit der Kreditnehmerinnen (Haus-GmbH oder Mietshäuser Syndikat GmbH) gefährdet ist. Zum anderen werden im Falle einer Insolvenz erst der Bankkredit und die Forderungen aller anderen nicht-nachrangigen Gläubiger_innen bedient und dann erst die Direktkredite.
(vlg. http://www.syndikat.org/de/syndikat/finanzierung/)

Wie kann ich bei euch mitmachen?

Es gibt viele Möglichkeiten bei uns einzusteigen. Du kannst zum Beispiel: ….

  • aktiv am Fortgang des Hausprojektes mitwirken und zu den Vereinstreffen eingeladen werden.
  • in einer AG (ÖffA, Finanzen, Sanierung, Soziales) mitarbeiten.
  • Unterstützung organisieren.
  • Veranstaltungen mit uns organisieren.
  • an Wohnopia e. V. spenden.
  • einen Direktkredit, also ein privates Darlehen mit rechtlich verbindlichem Vertrag zwischen Wohnopia e. V. und Einzelpersonen, geben.

Schreib uns eine E-Mail oder komm zum Info-Abend am 4. Donnerstag im Monat donnerstags in der [L50] (Lassallestr. 50) ab 19 Uhr. Die genauen Termine findest du hier.

Wie viel Kapital muss ich mitbringen, um bei euch im Wohnprojekt einzusteigen?

Grundsätzlich ist der Einstieg in das Projekt unabhängig davon, ob jemand Geld mitbringt oder nicht. Wir alle tragen eine gemeinsame Verantwortung für die Finanzierung des Projektes. Viele, aber nicht alle von uns, geben selber einen Direktkredit. Außerdem fragen wir ganz viele Menschen, ob sie uns einen Direktkredit geben möchten. – Irgendwo muss ja unser Eigenkapital für die Bank  herkommen …-

Muss ich meine Wohnung komplett selber sanieren?

Nein es wird eine Grundsanierung für alle Wohnungen geben. Was genau dann jede_r selber macht (tapezieren usw.) klären wir noch. Im Allgemeinen werden wir auf der Baustelle selber mithelfen, also Eigenleistungen erbringen. Damit können wir Geld sparen. Wie viel Eigenleistung wir genau erbringen wollen und können, müssen wir noch klären.

Kann ich, wenn ich viel auf der Baustelle arbeite, mietfrei wohnen?

Mietfreiheit wird es nicht geben können.
Aber wir überlegen, für die Anrechnung von Eigenleistungen eine Lösung zu erarbeiten.

Was heißt eigentlich Konsens?

Grundlegend haben wir uns dafür entschieden, Entscheidungen im Konsens zu treffen. D. h. eine Entscheidung wird nur getroffen, wenn es dagegen kein Veto gibt. Das bedeutet nicht, dass alle immer einer Meinung und mit allem einverstanden sein müssen. Vielmehr wollen wir damit eine größtmögliche Transparenz erreichen. Deshalb finden während der Wohnprojekte-Treffen Diskussionen statt. Die Wohnprojekte-Treffen sind das oberste Entscheidungsgremium. Wir möchten mit dem Konsensprinzip auch verhindern, dass sich jemand durch eine Entscheidung derart eingeschränkt, verletzt oder missachtet fühlt, dass er oder sie nicht mehr Teil des Projektes sein kann.

Wikipedia meint:

Um in einer Gruppe einen Konsens erreichen zu können, müssen alle Personen die Gelegenheit haben, ihren Widerspruch gegen die Entscheidung zu äußern.

Dementsprechend wird bei Entscheidungen nach dem Konsensprinzip die Position der einzelnen Gruppenmitglieder zumeist noch genauer abgestuft und erfasst:

Das Mitglied steht hinter der Entscheidung und trägt sie vollinhaltlich mit. Das Mitglied trägt die Entscheidung mit, äußert aber Bedenken dazu, welche zumeist protokolliert werden sollten. Das Mitglied enthält sich, es überlässt den anderen die Entscheidung und trägt sie mit. Das Mitglied kann die Entscheidung nicht mittragen, äußert schwere Bedenken (die zumeist protokolliert werden müssen). Es verzichtet aber auf einen formalen Einspruch, um die Entscheidungsfähigkeit der Gruppe nicht zu behindern. Das Mitglied steht beiseite. Es kann den Vorschlag weder zustimmen noch mittragen. Es möchte jedoch nicht blockieren und stellt sich deswegen abseits. Das Mitglied erhebt formalen Einspruch gegen den Entscheid (vgl. Veto). Wenn dieser Fall für nur ein einziges Gruppenmitglied zutrifft, dann gibt es keinen Konsens in der Gruppe. In der Praxis kann die Schranke für einen Dissens zuweilen höher gesetzt werden, um Entscheidungen im Konsens zu ermöglichen.

siehe: de.wikipedia.org/wiki/Konsens#Konsens_a…

Ihr seid ein Verein, aber nicht gemeinnützig?

Richtig, wir sind ein eingetragener Verein, also im Vereinsregister eingetragen, aber nicht gemeinnützig. Denn Wohnen ist nicht als gemeinnützig anerkannt. Deswegen können wir auch keine Spendenquittungen ausstellen. Spenden sind aber natürlich trotzdem erlaubt 😉 und Quittungen auch, aber diese gelten nicht beim Finanzamt.

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