Über das Hausprojekt

Wir wollen ein weiteres gemeinschaftliches und generationsübergreifendes Hausprojekt in Erfurt realisieren. Gemeinsam mit dem Mietshäuser Syndikat möchten wir die Häuser in der Talstraße 15/16 kaufen und sanieren. Entstehen soll Wohnraum mit dauerhaft bezahlbaren Mieten und in der Talstation ein Ort der Gemeinschaft und Solidarität.

Am 4. März 2020 hat der Erfurter Stadtrat beschlossen, uns den Zuschlag für die Häuser in der Talstraße 15 / 16 zu erteilen. Die Grundstücke sollen für 90 Jahre in Erbpacht vergeben werden. Um das nötige Eingenkapital für das Bankdarlehen zu generieren, suchen wir Menschen, die uns mit einem Direktkredit unterstützen und sich damit für eine sinnvolle und nachhaltige Geldanlage entscheiden.

Die beiden Häuser: Talstraße 15-16

Wer wir sind:

Wir sind um die dreißig Menschen und gehören ganz unterschiedlichen Altersgruppen an – junge Familien und Alleinstehende sowie Pärchen mittleren Alters bis hin zu Menschen im Ruhestand – Menschen mit oder ohne Behinderung, aus verschiedenen Ländern, verschiedenen Berufen und mit verschiedenen finanziellen Hintergründen.

Was wir wollen:

Gemeinschaftlich: Wir möchten gemeinschaftlich miteinander leben, statt nebeneinander her. Das bedeutet, sich im Lebensalltag gegenseitig zu unterstützen, zum Beispiel, für die Nachbarin zur Apotheke zu gehen, wenn sie krank ist oder auch mal die Kinder des Nachbarn vom Kindergarten abzuholen. Außerdem wollen wir Gemeinschaftsräume nutzen, um zusammen zu feiern oder zu kochen. Privatsphäre und Rückzugsorte sollen dabei aber nicht zu kurz kommen!

Generationsübergreifend und inklusiv: Bei uns sollen jung und alt, arm und reich, von hier und dort zusammen wohnen können. Für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen möchten wir möglichst barrierearme Wohnungen schaffen.

Mietshäuser Syndikat: Wir wollen unser Projekt gemeinsam mit dem Mietshäuser Syndikat umsetzen. Das Mietshäuser Syndikat ist ein Verbund von Hausprojekten. Eines der Ziele ist es, Grundstücke und Häuser dem Immobilienmarkt zu entziehen. Es wird gemeinschaftlicher Besitz geschaffen, der niemandem allein gehört und an dem sich niemand finanziell bereichern kann. Da die Häuser nicht für Spekulationszwecke verkauft werden können, bleiben sie für immer als Mietshäuser erhalten.

„Das ist unser Haus!“ – Informationsfilm über das Mietshäuser Syndikat von der  SEELAND Medienkooperative.

Leistbare Mieten: Es soll nicht am Geldbeutel hängen, wer bei uns mitmachen kann. Deswegen planen wir, leistbare und solidarische Mieten zu schaffen.

Selbstorganisiert: Wir sind selbstorganisiert, das heißt alle Mieter*innen sind gleichzeitig Vermieter*innen. Wir planen und organisieren das Hausprojekt gemeinsam. Alle können mitbestimmen, wie hoch die Miete ist, was wie saniert wird und wer einzieht. Dabei kann jede Person ihre Talente einbringen, sei es handwerkern, organisieren von Terminen oder Veranstaltungen, die Buchhaltung übernehmen, Konflikte lösen oder Plakate gestalten.

Konsens: Entscheidungen sollen nicht gegen eine Minderheit getroffen werden. Aus diesem Grund haben wir uns ein Konsensmodell erarbeitet, bei dem die Einbindung aller Betroffenen im Vorfeld einer Entscheidung oberste Priorität besitzt.

Nachhaltig: Für uns ist das Thema Nachhaltigkeit wichtig. Dazu gehört ressourcenschonend zu leben. Deshalb möchten wir gemeinsam Räume, Fahrzeuge und Geräte nutzen. Außerdem wollen wir das Haus ökologisch sanieren und gemeinsam gärtnern.

Stadtteil: Über das Wohnen hinaus möchten wir in den umliegenden Stadtteil, die Andreasvorstadt, hineinwirken. Dafür soll aus der ehemaligen Kneipe im Erdgeschoss der Talstraße 15 ein öffentlicher und offener Raum entstehen – die Talstation.

Talstation: Gemeinsam mit Menschen des Hausprojekts, aber auch anderen Aktiven aus der Stadt soll der Raum der ehemaligen Kneipe in der Talstraße 15 neu belebt werden. Er soll für Begegnungen, Spieleabende, Lesungen uvm. genutzt werden. Getragen wird der Raum durch den Talstation e.V.

Weitere Informationen in unserem ausführlichen Konzept.

*Erstmalig vergibt die Stadt Erfurt nicht nach höchstem Angebot, sondern nach Konzept. Das Konzept für die Talstraße 15/16 sieht ein u.a. mehrgeneratives Wohnprojekt mit Einbindung des Quartiers und stabilen Mieten vor. Zweistufig bedeutet, dass im ersten Schritt das Konzept inhaltlich überzeugt und der Stadtrat im darauffolgenden Jahr den Zuschlag auf Grundlage des vollendeten Finanzkonzeptes erteilt.

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